Anfragen für Kooperationen erfolgreich verhandeln – so überzeugst du deine Kooperationspartner

Anfragen für Kooperationen erfolgreich verhandeln – so überzeugst du deine Kooperationspartner

Eine Anfrage für deinen Blog trudelt ins Emailfach, ein potenzieller Kooperationspartner möchte gerne Werbung in Form einer Kooperation auf deinem Blog platzieren: Heute erzähle ich dir, was du alles beachten musst, um professionell auf die Anfrage zu reagieren – und dich nicht unter Wert verkaufst. Denn der erste Eindruck zählt, und das ist meist schon die Antwort auf die Email des Kooperationspartners. Also: Keine Angst vor der Anfrage, mach einfach ein unwiderstehliches Angebot!

Über professionelle Angebote habe ich ja bereits HIER gesprochen. Wenn eine Anfrage herein schneit, dann reagiere schnellstmöglich auf die Email. Solltest du im Urlaub, Mutterschutz oder sonstwo sein, dann – sofern möglich – hinterlasse eine automatische Abwesenheitsnotiz in deinem Emailpostfach. Das geht ganz einfach und dein Kooperationspartner weiß, wann er wieder mit dir rechnen kann.

Selbst wenn du erst ein Angebot ausarbeiten musst: Schreibe einen kurzen Dreizeiler, bedanke dich für die Anfrage und teile mit, bis wann dein potenzieller Brötchengeber in spe mit dem fertigen Angebot rechnen kann. Ich selber schreibe häufig “bis Ende der Woche” und lasse mir so den Puffer “Wochenende” offen. Gerade mit Kindern bist du ja mal auf deinen Puffer angewiesen, plane daher genügend Zeit ein. Im Nachhinein vertrösten (was natürlich mal passieren kann), ist nämlich, gelinde gesagt, doof.

Deinen Kooperationspartner überzeugst du mit Professionalität. Das fängt beim Email-Schriftverkehr an und hört beim Mediakit auf. 

Die Anfrage ist beantwortet, das Angebot steht. Kennst du deinen Kunden noch nicht, biete ihm gerne an, dein aktuelles Mediakit mit dem Angebot zu versenden. Einige Blogger verlinken das Mediakit auch auf dem Blog, ich persönlich versende es nur auf Anfrage. So sehe ich auch gleich, wer sich dafür interessiert.

Tipp: Erstelle zwei Mediakits – eines mit allen relevanten Daten (Preise, Reichweite), dass du bei Bedarf versendest und eines, wo nur Randdaten (About, ungefähre Zahlen, Kooperations-Richtlinien) vermerkt sind. Letzteres kannst du auf deinem Blog verlinken. Frage dich nur vorher, ob das auch in deinem Fall Sinn macht.

Preisfrage – was für eine Kooperation verlangen?

Jetzt wird es spannend: Was kann oder soll ich bloß für eine Kooperation verlangen? Da scheiden sich die Geister. Viele – mittlerweile große – Blogger sagen, dass du unbedingt Geld verlangen sollst. Arbeite bloß nicht umsonst.

Generell ist das richtig. Arbeit sollte immer vergütet werden. Immer. Auch Blogs, die schon Jahre bestehen und eine gewisse Reichweite aufgebaut haben, sollten Geld verlangen. Ich möchte an dieser Stelle ehrlich sagen: Ich habe nicht für jede Kooperation Geld genommen. Nein, anfangs wusste ich ja noch nicht einmal “wie man richtig bloggt”. Da habe ich mich gefreut, wenn es ein Produkt umsonst gab (Achtung, geldwerter Vorteil!). Zudem konnte ich so erste wichtige Referenzen sammeln. Denn mal ehrlich: Als kleiner pupsiger Blogger – fast ohne Reichweite, ohne Ahnung von SEO usw. – da wäre ich als Unternehmen auch nicht bereit, etwas zu bezahlen. Wächst die Qualität des Blogs, muss sich aber auch die Zahlungsmoral ändern: Verlange Geld für dein Produkt – deinen Blogbeitrag.

Baukasten-Prinzip für Kooperations-Preise

Generell splitte ich den Preis im Angebot auf: Ich arbeite mit einem Baukasten-Prinzip:

  • Basispreis
  • Verlinkung pro Monat
  • Werbung in sozialen Medien
  • Verlinkungs-Häufigkeit
  • Bildrechte
  • Nutzungsdauer (12 oder 24 Monate oder individuell)
  • usw.

Das Baukasten-Prinzip ist für Kooperationspartner überschaubar und einfach einzusehen. So können die Agenturen oder Firmen sich herauspicken, was sie möchten und haben das Gefühl, den Preis selber mitbestimmen zu können.

Deinen Basispreis kalkulierst du am besten mit den Faktoren Zeitaufwand und Reichweite (Achtung, Reichweite und Follower sind etwas grundsätzlich Unterschiedliches!). Je nach Beitrag (Rechercheaufwand) veranschlage ich einen halben Tag Zeit für den Text und betrachte meine Wachstumskurve. Nachstehend siehst du eine Beispielrechnung für einen meiner Blogs aus dem Jahr 2018:

Preisbeispiel netto

Basispreis: 289,- EUR

Verlinkung pro Monat: 9,95 EUR

Einmalige Werbung auf Facebook: 49,- EUR

Gesamtpreis für 12 Monate: 457,40 EUR

Abzüglich 2% Skonto bei Vorauszahlung (448,25 EUR)

Die Preisgestaltung ist sehr individuell und hängt auch vom Aufwand ab: Welche Bilder wünscht der Kunde, ist viel Recherche nötig (Fachwissenschaftliche Themen). Nutzungsrechte der Bilder berechne ich extra. Dafür erhält der Kunde ein separates Angebot.

Service für deinen Kooperationspartner – er hat das Geld, du die Leistung

Stell dir mal vor, du möchtest einkaufen und gehst in einen Laden: Dort erwartet dich ein herzlicher Empfang, zur Begrüßung wird dir ein Getränk angeboten, wenn du möchtest nimmst du erst einmal auf dem Massagesessel vor dem Kaminfeuer Platz. Eine freundliche Servicekraft bringt dir die besten Stücke zur Vorauswahl und begleitet dich zur persönlichen Beratung. Am Ende erhälst du noch ein Goodie obenauf.

Und jetzt stell dir vor, du betrittst den nächsten Laden auf der Suche nach dem gleichen Produkt. Die Regale sind fast leer, es ist schmutzig, Neonlicht flackert. Der Verkäufer telefoniert privat und ist nicht zu sprechen, es riecht ranzig. Eine Ratte huscht durchs Bild. Okay, das wars.

So, ich möchte, dass sich dein Kunde fühlt wie in Beschreibung eins. Denn dann kommt er gerne wieder. Also bietest du ihm Service, er möchte ja auch Geld investieren. Klingt logisch, oder? Also biete ihm:

  • eine Themenauswahl
  • zügige Antworten auf seine Fragen
  • pünktliche Leistungserbringung
  • Termin-Vorausschau
  • gute Bilder
  • fehlerfreien Text
  • SEO-Grundlagen im Beitrag
  • Werbeangebot in social media
  • Rabattangebote oder Skonti
  • fehlerfreie und rechtssichere Dokumente (Rechnungen, Angebote…)
  • Serviceorientierung (Ideen, Kompromissbereitschaft, schnelle Reaktion usw.)

Weiterempfehlung an die Konkurrenz – mit gutem Grund

Und jetzt kommts noch ganz dicke: Du hast keinen Bock auf die Kooperation, hast keine Zeit oder dein Blog ist einfach nicht für das Produkt gemacht? Als guter Servicepartner empfiehlst du der Firma nun deine direkte Konkurrenz! Eine win-win-Situation für alle: Du hast weniger Arbeit, der nächste Blogger freut sich (und möchte sich vermutlich bei dir revanchieren) und die Firma ist dankbar, so schnell einen passenden Ersatz gefunden zu haben.

Der Schlüssel zu deinem Erfolg ist letztlich ganz einfach: Sei professionell!

  • Kalkuliere stets deine Preise neu, jährlich ändert sich deine Reichweite
  • Halte ein aktuelles Mediakit deines Blogs bereits
  • Reagiere zügig und fehlerfrei auf Anfragen
  • Erarbeite eine Themenübersicht
  • Achte auf die Rechtssicherheit deiner Dokumente
  • Erstelle Vorlagen

Der Kooperationspartner will kein Geld investieren

Ich hatte oft Situationen, in denen mögliche Kooperationspartner kein Geld bezahlen wollten:

“Wir haben dafür kein oder nur wenig Budget”

“Andere Blogger machen das auch kostenfrei gegen Produkte”

“Wir revanchieren uns mit Reichweite”

Hach. Nun kommt die Stelle, an der du entscheiden musst: Lohnt sich der Aufwand für mich? Einige Seiten bieten wirklich wahnsinnige Reichweite und Reputation an, und manche Firmen sind ein Glücksgriff in Sachen Referenz. Wäge daher vorsichtig ab.

Generell bezahlen professionelle Unternehmen für Werbung auf dem Blog UND MANCHMAL stellen sie auch das Produkt zum Testen oder Verlosen zur Verfügung. Ich möchte dir eines ans Herz legen: Wenn du Akquise machst, dann bitte zeitig: Viele Firmen legen ihr Budget für das Folgejahr bereits im Herbst fest, wenn nicht noch früher. Schreibe die Unternehmen freundlich an, übersende deine Mediadaten und mache auch gleich einen Themenvorschlag. Profi-Blogger nutzen nicht selten auch einen Redaktionsplan für das ganze Jahr, aus dem sich die Firmen die Rosinen picken können.

Kommt die Anfrage ungefragt ins Haus, sind die Argumente für ein Honorar auf deiner Seite:

  • Direktes Erreichen der Zielgruppe
  • Wenig Streuverlust
  • Interaktive Communitybindung
  • Arbeitszeit für professionellen Content
  • etc.

Springt das Unternehmen darauf nicht an, dann bedanke dich höflich für die Anfrage. Man sieht sich immer zweimal im Leben, vielleicht hat das Unternehmen im kommenden Jahr mehr Budget zur Verfügung.

Denk daran: Sei immer Profi, auch wenn du “nur” Blogger bist (hier bitte ein Augenzwinkern vorstellen).

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